Was macht eine Krippe im Pavillon?

Ein Jahr, in dem Vieles anders ist. Bis vor wenigen Tagen war hier am Pavillon noch ein Gottesdienst geplant, ein Gottesdienst mit vielen Leuten und einem vollen Programm. Mit ausgearbeitetem Hygienekonzept und den entsprechenden Vorgehensweisen der Umsetzung. Und mit dieser Krippe, die eigentlich nur für einen schönen Hintergrund, als Nebensache da stehen sollte.

Und jetzt? Jetzt ist sie das Einzige, was noch übrig geblieben ist. Alles andere ist abgesagt, schweren Herzens.

Es ist schade, traurig und eigentlich gar nicht in Worte zu fassen, dass Weihnachten nicht gefeiert werden kann. Dass man aus Rücksicht auf den Nächsten und somit aus Nächstenliebe, die Feier des Festes absagen musste, das eigentlich für Nächstenliebe steht. Dennoch ist das Symbol dafür, die Krippe, übrig geblieben.

Ein bisschen wie damals; Josef und Maria haben keine Herberge gefunden, nicht wegen eines Beherbergungsverbotes, aber wegen Überfüllung. Deshalb ist überhaupt die Krippe das Sinnbild dafür, sonst würde hier jetzt vielleicht einfach ein Zimmer mit Bett dargestellt sein. Wäre eintöniger, ohne Schaf, Ochs und Esel, lange nicht so lebhaft. Vielleicht gibt uns das Hoffnung. Maria und Josefs Gedanken damals waren bestimmt auch nicht voller Freude, als sie kein Zimmer gefunden haben, vielleicht mehr enttäuscht, vielleicht auch frustriert und sogar wütend darüber, dass das alles aus ihren Augen nicht ihrem Auftrag in die Karten spielt. Vielleicht haben auch sie darüber nachgedacht, ob das jetzt ein böser Strich durch Gottes Rechnung vom Teufel höchst persönlich sein könnte. Aber wie heute noch immer gilt, es war für Gott nicht wichtig, wie es geschieht, sondern dass es geschieht. Er hat sich von den Umständen keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Wichtig war das Kind, egal ob im Bettlein oder in der Krippe, ja es ist für uns sogar lebhafter und schöner in der Krippe. Und so auch heute, die Krippe und das Kind sind übrig geblieben und vor allem; plötzlich ist sie sogar zum Mittelpunkt geworden.

Klar wäre es schön, zusammen feiern zu können, aber wäre in unserem Herzen da nicht vielleicht die gleiche Gefahr da gewesen? Dass wir die Krippe und vor allem das Kind aus dem Mittelpunkt verloren hätten?

Heute wird Gott, wie damals, trotz der Umstände oder vielleicht gerade durch die Umstände dafür sorgen, dass das Kind zu uns findet. Und vor allem zu uns in unsere Herzen. Dann, oder gerade weil, wir das Kind im Herzen tragen, fällt es uns vielleicht leichter auf das Feiern zu verzichten und trotzdem guten Mutes sein zu können. Jesus findet den Weg in unsere Herzen, ganz bestimmt, egal ob über einen gewöhnlichen Weg oder einen ungewöhnlichen. Auch wenn alles andere wegfällt, wird er nicht wegfallen, ihn haben wir sicher! Er verspricht uns, in uns Wohnung zu nehmen. Dadurch, dass er in uns wohnt wird es wohnlicher in uns drin und wir sind nicht mehr auf die Wohnlichkeit um uns herum angewiesen. Er sorgt dafür, dass wir uns auch wohlfühlen, wenn unser Umfeld unbequem ist und vor allem auch egal wie unbequem das für ihn wird. Das Beispiel der Krippe zeigt, Jesus geht nicht nur den bequemen Weg, um zu uns zu kommen, er geht den Weg der nötig ist.

Und wenn uns das in solchen Zeiten auch schwerfällt ist eins sicher, wir könne sorglos sein wie ein Kind, denn er sorgt für uns. So sicher wie er schon damals zu uns gekommen ist wird er auch heute in unseren Herzen Wohnung nehmen. Wenn wir ihm nur die Chance geben, ihn auf irgendeinen Weg dorthin kommen zu lassen. Und das Beste ist, egal wie groß die Leere ist, die dadurch entsteht, dass uns alles genommen wird, Jesus will und wird sie füllen und er kann uns nicht genommen werden!

Deshalb frohes Fest, auch ohne Gottesdienst am Pavillon, aber mit Krippe im Pavillon und vor allem mit Jesus in unserem Herzen!

Manuel Kappler

Für die Kleinsten: Die Weihnachtsgeschichte vom Engel Angela

Wie der Engel Angela Weihnachten erlebt hat...
Eine kurze Geschichte zum Anhören und dazu ein Bild zum Ausmalen.

Schöne Weihnachten!

Claudia Müller, Musbach